Kunst entsteht im Dialog.
Meine Haltung zu Künstlicher Intelligenz im künstlerischen Prozess
Kunst entsteht für mich nicht allein im Moment des Malens. Sie beginnt mit einer Frage, einer Beobachtung, einer Erinnerung oder einem Gedanken. Daraus entwickelt sich ein Prozess des Suchens, Lernens, Verwerfens und Entscheidens.
Als autodidaktische Künstlerin gehört dieses Lernen unmittelbar zu meiner künstlerischen Arbeit. Dabei nutze ich auch Künstliche Intelligenz – nicht als Ersatz für die eigene Gestaltung, sondern als Werkzeug, Gesprächspartner und digitalen Mentor.
KI als Werkzeug und Mentor
Künstliche Intelligenz unterstützt mich bei Recherche und Reflexion, beim Ordnen und Weiterdenken von Gedanken und bei der Auseinandersetzung mit künstlerischen Möglichkeiten.
Sie ermöglicht mir, Wissen über Maltechnik, Komposition, Farbe und Bildwirkung zu vertiefen, unterschiedliche Lösungswege zu untersuchen und meine eigenen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Auch Entwürfe und visuelle Referenzen können dabei Teil eines Lern- und Entwicklungsprozesses sein.
Entscheidend ist für mich nicht, möglichst schnell zu einem Bild zu gelangen. Entscheidend ist, durch diesen Prozess die eigene künstlerische Sprache weiterzuentwickeln.
Was beim Menschen bleibt
Eine Maschine kann Möglichkeiten erzeugen. Sie kann Varianten anbieten, Wissen zugänglich machen und neue Perspektiven eröffnen.
Welche davon Bedeutung erhält, entscheide ich.
Die Idee und die inhaltliche Haltung eines Werkes, Auswahl und Verwerfung, Veränderung und Weiterentwicklung sowie die endgültige künstlerische Entscheidung liegen bei mir. Meine Originalgemälde entstehen durch meine eigene malerische Arbeit und tragen die Spuren dieses Prozesses: Material, Pinselstrich, Veränderung, Zweifel, Entscheidung und Zeit.
Künstliche Intelligenz ist deshalb für mich weder Autor noch Urheber meiner Kunst. Sie ist eines der Werkzeuge, mit denen ich mich als Künstlerin weiterentwickle.
Transparenz
Ich möchte den Einsatz Künstlicher Intelligenz weder verbergen noch größer machen, als er für ein Werk tatsächlich ist.
Die Nutzung von KI als Recherche-, Lern-, Reflexions-, Mentoring- oder Entwicklungshilfe wird deshalb nicht grundsätzlich am einzelnen Werk ausgewiesen. Sie kann innerhalb meiner Atelier- und Werkdokumentation festgehalten werden.
Eine werkbezogene öffentliche Kennzeichnung erfolgt, wenn KI-generierter Output tatsächlich Bestandteil des endgültigen Kunstwerks ist oder wenn gesetzliche, vertragliche beziehungsweise ausschreibungsbezogene Transparenzpflichten dies erfordern.
So bleibt nachvollziehbar, wo Künstliche Intelligenz meinen Arbeitsprozess unterstützt – und wo die Verantwortung für das Werk liegt.
Mein Grundsatz
KI ersetzt nicht die künstlerische Entscheidung.
Sie erweitert den Raum, in dem diese Entscheidung getroffen werden kann.
